Diese Woche auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin gab es wie viele technische Neuigkeiten zu sehen: Fernseher, die besonders schön schwarz darstellen können. Beamer, die das Display meines Mobiltelefons auf den Küchentisch projizieren können. Kopfhörer die mich entweder zu 100 % von den Außengeräuschen abschirmen oder gleich alle Geräusche durchlassen. Roboter, die meine Kaffeemaschine bedienen können. Kühlschränke mit Glastüren, die das Licht an schalten wenn ich an die Türe klopfe.
Zu sehen gab es aber auch die neuen Möglichkeiten für ein barrierefreies Fernsehen für Hörgeschädigte und sehbehinderte Menschen durch digitale Zusatzkanäle. Es wurde gezeigt wie das digitale Radio den Verkehrsfunk wesentlich verbessern kann. Die Mediathek der verschiedenen Sender werden immer vielfältiger und bedienungsfreundlicher. Und im Bereich der sogenannten „Smart Homes“ werden Technologien entwickelt, die älteren und behinderten Menschen ein selbstständiges Leben erleichtern können.
Die IFA ist eine beeindruckende Schau der aktuellen technischen Möglichkeiten. Nirgendwo zeigt sich aber auch deutlicher als auf der IFA, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung mehr oder weniger sinnvoll eingesetzt werden können. Digitalisierung kann Menschen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und den Zugang zu Kultur und Information erweitern. Die stetigen technischen Weiterentwicklungen bringen aber auch Produkte hervor, an deren Nutzen man schwere Zweifel haben kann. Dies gilt sowohl im Hinblick auf den Ressourceneinsatz bei der Produktion und dem Energieverbrauch, als auch im Hinblick auf die Frage, ob ein Fernseher für 69.000 € wirklich ein Beitrag zur sozialen Marktwirtschaft darstellt.

Ich habe mir nach der IFA einen Besuch im Kino gegönnt. Zoo Palast in Berlin, ein großes altes Kino mit Vorhang und Wasserfall vor dem Film, Stoff an den Wänden und Service am Platz. Ich habe mich bequem in meinen Sessel zurückfallen lassen, Popcorn geknabbert, Sekt getrunken, mit meinem Partner geplaudert, die anderen Menschen vor dem Film beobachtet und kurz überschlagen, wie oft ich noch ins Kino gehen könnte bis ich 69.000 € verbraucht hätte. Ich glaube, ich werde noch sehr oft ins Kino gehen. Nicht nur, weil das viel günstiger für mich ist, sondern auch, weil ich überzeugt bin, dass Kultur und Medien in den öffentlichen Raum und nicht nur in die eigenen vier Wände gehören – auch oder gerade dann, wenn uns immer mehr technische Möglichkeiten für zuhause angeboten werden.

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