Während es in vielen Ländern mit den Rechten und der Sicherheit der Menschen verschiedener sexueller und geschlechtlicher Orientierung rückwärts geht, gibt es manchmal auch hoffnungsvolle Entwicklungen:
Beim Christopher Street Day in Stuttgart werden immer mehr Unternehmen mit ihrer Vielfalt sichtbar. Dieses Jahr war beispielsweise Bosch aus Stuttgart mit dabei. Der Unternehmensgründer Robert Bosch war in Fragen der sozialen Gerechtigkeit seiner Zeit weit voraus. Zurecht war ein Zitat von ihm am Wagen zu lesen: „Der Eckstein der Gerechtigkeit ist die Gleichheit vor dem Gesetz.“
Für die meisten Teilnehmenden an der Polit-Parade war jedoch eine andere neue Gruppe ein Zeichen der Hoffnung: Erstmals war dieses Jahr die Türkische Gemeinde Baden-Württemberg mit dabei. Während sich viele Menschen Sorgen machen über die politische Entwicklung in der Türkei, haben in Stuttgart einige Menschen türkischer Herkunft ein mutiges und freudig aufgenommenes Zeichen gesetzt.
Und am Abend war es der Überraschungsauftritt von Culcha Candela („alte Heteros aus Berlin“ – Zitat der Band), mit dem ein guter Tag einen gutgelaunten Abschluss gefunden hat. Der CSD in Stuttgart ist für viele eine große und lange Party. Er ist aber auch ein politisches Signal für die Vielfalt der Kulturen, Religionen, Ethnien und sexuellen und geschlechtlichen Identitäten. Vielfalt hört nicht auf in der eigenen Community. Sie beginnt dort, wo sich die verschiedenen Communities begegnen, miteinander austauschen, gemeinsame Interessen vertreten und zusammen feiern.